Sozialdemokratie

Die sozialen Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten finden überall auf der Welt statt. Daher hatte die Sozialdemokratie immer den Anspruch, eine internationale Bewegung zu sein. Sie orientiert sich dabei an das humanistische Menschenbild und hat den Anspruch, die sozialen Probleme durch demokratische Reformen zu lösen. Nicht nur aus diesen Gründen ist die SP meine politische Heimat. Auch, weil die SP eine Politik der Vernunft betreibt und nicht mit den Ängsten der Menschen spielt. Es ist eine Politik, die die Minderheiten schützt und sich gegen jegliche Ausgrenzung wehrt. Sie wehrt sich ebenfalls gegen eine Politik, die die weniger Privilegierten gegeneinander ausspielt.


Weshalb ein junger Secondo aktiv wurde


Auslöser waren zwei Ereignisse: der knapp abgelehnte Bundesbeschluss über den Beitritt zum EWR (1992) und die Wahl eines SP-Mannes anstatt der offiziellen Bundesratskandidatin Christiane Brunner (1993). Mit dem knappen EWR-Nein realisierte ich eine Besonderheit der Schweiz: ihre direkte Demokratie. Nicht jede Gesellschaft ist reif genug, um mit Referenden alle drei Monate das Schicksal des Landes zu bestimmen, dazu braucht es eine aufgeklärte Zivilgesellschaft mit einer entsprechenden Konsenskultur. Wenige Monate später durfte ich miterleben, wie die Gesellschaft, allen voran die Frauen, die bürgerliche Weigerung eine linke Frau in die Landesregierung zu wählen, nicht akzeptierten. Der Druck der Demonstrationen und die Tatsache, dass es endlich eine Frau in der Landesregierung bedarf, zeigten mir, dass jeder und jede alleine nichts verändern kann, aber gemeinsam schon. Je mehr ich mich mit der Politik und den Parteien auseinandersetzte, erkannte ich, dass etliche Politiker mit den Ängsten der Bevölkerung spielen sowie Hass und Ausgrenzung fördern, allen voran gegen Migranten und gegen weniger privilegierte Menschen. Mein inneres konnte dies nicht akzeptieren. Es ist nicht hinnehmbar, dass sich eine kleine Gruppe auf Kosten der Allgemeinheit bereichert. Es ist auch nicht akzeptierbar, dass Menschen in Not oder in prekären Verhältnissen keine Solidarität erhalten und alleine gelassen werden. Ausserdem lehrt uns die Geschichte, dass Ausgrenzung und Hass sowie Nationalismus und Isolationismus uns nur ins Verderben führen und weder Frieden noch Wohlstand für alle schafft. Mit diesen Erkenntnissen trat ich mit 15 Jahren der Sozialdemokratischen Partei Bethlehem und bei den Jungen Europäische Föderalisten JEF bei, um mit gleichgesinnten die Schweiz und die Welt zu verändern.